Sanierung Bewohnerzimmer Serata 1

«Wir erneuern die Zimmer mit Respekt und Weitblick»

Dieses Jahr werden alle Bewohnerzimmer im Serata 1 saniert – und das mitten im laufenden Betrieb. Was das bedeutet, welche Vorteile die neuen Zimmer für Bewohnende und Mitarbeitende bringen und wie eine solche Mammutaufgabe gelingt, erklärt Johann Schuler, Leiter Hotellerie & Infrastruktur, im Gespräch.

Johann Schuler, warum hat man sich entschieden, die Bewohnerzimmer zu sanieren?
Die Zimmer wurden 2006 gebaut. Dazwischen gab es immer wieder kleinere Renovierungen wie zum Beispiel eine neue Wandfarbe, neue Möbel oder frische Vorhänge. Aber eine grössere Sanierung haben wir jetzt nach rund 20 Jahren angepackt. Seit 2006 hat sich auch viel verändert: Es gibt heute deutlich mehr Bewohnerinnen und Bewohner mit Rollatoren und Rollstühlen. Das Material wird dadurch stärker abgenutzt. Wir mussten bei der Materialisierung darauf achten, robustere Materialien wie Stossschütze einzusetzen. 

Was war Ihnen inhaltlich wichtig?
Wir haben eine Angehörigen- und Bewohnerumfrage gemacht. Dort kam immer wieder das Thema Privatsphäre in den Doppelzimmern auf. Wenn die eine Person schlafen oder lesen möchte und die andere etwas anderes macht, wird das schnell zum Thema. Darum haben wir nach Lösungen gesucht, wie man das besser lösen kann. Jetzt ist jedes Doppelzimmer mit einem Trennvorhang ausgestattet, den man zuziehen kann und zum Teil mit raumhohen Regalen, die als Sichtschutz dienen. Wir haben die auf Pflegeheimumbauten spezialisierte Innenarchitektin, Frau Susanne Wagner, mit einem gestalterischen Konzept beauftragt, das Orientierung und Geborgenheit gibt.

Im November 2025 starteten Sie mit zwei Musterzimmern. Was brachte das?
Die Musterzimmer waren enorm wertvoll. Es ging um die richtige Möblierung, die richtige Beleuchtung, eine sehr gezielte Einrichtung. Und vieles merkt man eben erst im Alltag: Wo braucht es zusätzlichen Stossschutz? Wo reicht weniger? Man merkt schnell, was gut gedacht war und wo noch Optimierungen nötig sind. Diese Erkenntnisse sind dann in die restlichen 63 Zimmer eingeflossen. Ausserdem konnten wir die Abläufe testen: Wie lange dauern die einzelnen Arbeiten, wie greifen sie ineinander? So haben wir festgelegt, dass wir für jedes Zimmer zehn Arbeitstage benötigen. 

Was sind die markantesten Vorher-Nachher-Unterschiede?
In den Zimmern sind es nebst dem Trennvorhang unter anderem die farblich aufeinander abgestimmten Möbel und Vorhänge, eine neue Garderobe sowie ein Sideboard auf Rollen für jeden Bewohner und jede Bewohnerin.
Im Badezimmer ist der neue Spiegelschrank ein Highlight. Er lässt sich mit einem leicht bedienbaren Mechanismus kippen. Früher war der Spiegel für Bewohnende im Rollstuhl schlicht zu hoch. Heute kann man mit dem Rollstuhl bequem unter das Lavabo fahren und dann den Spiegel auf die eigene Augenhöhe neigen. Im Innern des Spiegelschranks ist zudem ein LED-Band eingebaut, das für angenehmes, gleichmässiges Licht sorgt. 

Auch sehr wertvoll ist das neue Lichtkonzept in den Zimmern: Statt der alten Wandlampen gibt es jetzt dimmbare LED-Leuchten. Wenn die Nachtwache ins Zimmer muss, weil ein Bewohner Unterstützung braucht, kann sie gezielt nur die Lampe des betreffenden Bewohners einschalten und diese so weit abdimmen, dass gerade genug Licht da ist, um sicher zu arbeiten. Der andere Bewohner im Zimmer wird deutlich weniger gestört.

Wie gelingt es, 63 Zimmer im laufenden Betrieb zu sanieren?
Das ist eine enorme logistische Herausforderung. Das Haus ist praktisch immer voll belegt. Deshalb mussten wir die Planung sehr eng abstimmen zwischen Pflege, Hauswirtschaft, technischem Dienst, Bauleitung und den Firmen. Der externe Bauleiter koordiniert die Handwerker und ist das Bindeglied zu den Abteilungsleitungen und dem technischen Dienst. Wir sanieren immer maximal zwei Zimmer pro Etage gleichzeitig und führen die wenigen lärmintensiven Arbeiten mit Rücksicht auf die Schlafgewohnheiten aus. 

Die betreffenden Bewohnerinnen und Bewohner wohnen während dieser Zeit im als Zimmer umfunktionierten Aufenthaltsraum auf der gleichen Etage. Wichtig ist dabei die Kommunikation mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren Kontaktpersonen. Wir verschicken bewusst nicht einfach Briefe, sondern führen persönliche Gespräche. Sobald klar ist, wann jemand umziehen wird, nehmen die Abteilungsleitungen direkt Kontakt auf und erklären alles ganz genau. Das hat dazu beigetragen, dass die bisherigen Umquartierungen reibungslos verliefen und Unsicherheiten frühzeitig ausgeräumt werden konnten.

Wie sind die ersten Rückmeldungen?
Die Bewohner:innen haben uns zurückgemeldet, dass sie sich in den Zimmern sehr wohl fühlen. Auch von den Angehörigen gab es positive Rückmeldungen. Sie haben sich sehr bedankt und uns gelobt: Es habe alles sehr gut geklappt und sei super organisiert gewesen.

Susanne Wagner, Expertin für demenzsensible Innenarchitektur, hat für das Serata ein Konzept entwickelt, das konsequent auf die Bedürfnisse der Bewohnenden ausgerichtet ist: ein ruhiger Farbklang, klare Linien, ein respektvoll weiterentwickelter Bestand – und diese leise, aber kraftvolle Mischung aus Orientierung und Geborgenheit.
Susanne Wagner, Expertin für demenzsensible Innenarchitektur, hat für das Serata ein Konzept entwickelt, das konsequent auf die Bedürfnisse der Bewohnenden ausgerichtet ist: ein ruhiger Farbklang, klare Linien, ein respektvoll weiterentwickelter Bestand – und diese leise, aber kraftvolle Mischung aus Orientierung und Geborgenheit.

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